Vom Schrotti zum Inverstor

Der Weg vom kleinen Schrotti zum Trader und Investor war so  überhaupt nicht geplant. Als ich 2013 begann den Schrott von Privathaushalten und Gewerbetrieben abzuholen, war die Hauptmotivation der zusätzliche Nebenverdienst. Überraschenderweise wurde diese Dienstleistung auch von sehr Vielen in Anspruch genommen und in immer weiteren Umkreisen. Somit hatte ich bald viele Stammkunden und wurde auch sehr oft weiterempfohlen. Der Plan ging so weit auf und ich konnte mir was auf die hohe Kante legen. Dieses war natürlich schön, bedeutet aber auch, ständig nach Feierabend, oftmals bis 22:00 Uhr und am Wochenende mit Bus und Hänger unterwegs zu sein. Das war nur die zeitliche Komponente. Was nicht in erster Linie wahrgenommen wurde, verdeutlicht eine kleine Beispielrechnung.

Durchschnittlicher Schrottpreis bei Verkauf c. 130,-€ /t

Das heißt, wenn ich 500,- € im Monat dazuverdienen möchte, muss ich ca. 3,85 Tonnen (56.2 t p.a.) Schrott im Monat aus Gärten und Kellern hole, sie auf den Hänger lade und am Schrottplatz wieder abladen. Bei 800,- € im Monat sind es schon 6,15 Tonnen (73,8 t p.a.). In den ersten Jahren konnte mit einem kleinen Luxusurlaub die harte Arbeit noch kompensiert werden aber irgendwann ist Ende der Fahnenstange.

investieren in Rohstoffe

Da ich ohnehin eine Affinität für Finanzen und Anlage habe, Rückte der Gedanke den Schrott etwas zu vernachlässigen und mich mehr auf Buntmetalle zu fokussieren, immer mehr in den Vordergrund. Somit beschäftigte ich mich mit dem Handel von Rohstoffe und Firmenbeteiligungen verarbeitender Unternehmen an den internationalen Börsen. Mit mäßigem Erfolg. Was aufgrund der Komplexität auch nicht verwunderlich war. Was schnell klar wurde, ohne fundiertes Fachwissen ist das hart erarbeitete Geld schnell den Bach runter. Ich machte eine Ausbildung an einem renommierten und zertifizierten Berliner Handelsbüro zum Börsenhändler.

Das war aus heutiger Sicht für mich ein Quantensprung. Die Umsätze aus dem börslichen Handel nehmen heute knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes ein. Natürlich hole ich auch immer noch Schrott ab aber eben nicht mehr so viel. Der Rücken dankt es mir. Rückblickend betrachtet, wäre es natürlich viel einfacher gewesen sich gleich mit dem Thema Börsenhandel zu beschäftigen. Denn mit Fachwissen, dem Wille der Weiterbildung und ein wenig Geld kann man schon ein schönes monatliches Zweiteinkommen aufbauen. Aber ich hätte auch viel versäumt.

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